; p7 ^, ~& g7 b- _% y4 q+ ^4 @«Kunst der Aufklärung» ist in China hochaktuell 24.03.2011 4 {, M7 k3 U7 R3 N# A4 Y# z4 b 4 {! k$ c7 z1 @5 Y% wFreiheit statt Absolutismus, Vernunft statt Dogmatismus - die Werte der Aufklärung könnten im heutigen China noch politische Sprengkraft entwickeln. Eine deutsche Kunstausstellung will den Chinesen jene Epoche näher bringen, die das europäische Denken geformt hat." n0 |8 g3 ~- I' h" R1 m6 {
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Peking (dpa) - Kann es «Aufklärung am Tian'anmen» geben? Diese Frage wird das bislang wichtigste deutsche Kulturprojekt in China beantworten müssen. Im frisch renovierten Nationalmuseum in Peking eröffnet am 1. April in Gegenwart von Außenminister Guido Westerwelle (FDP) die Ausstellung «Kunst der Aufklärung». Der Ort ist heikel: Das Museum liegt direkt neben dem Tian'anmen-Platz, wo 1989 die Studenten für Demokratie in den Hungerstreik traten. An der Nordseite verläuft die Straße des Ewigen Friedens, wo die Panzer und Truppen den damaligen Volksaufstand blutig niederwalzten.4 X1 e0 S/ x" j( \! j
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Hinter dem Museum sind das Polizeiministerium und die Zentrale der Staatssicherheit zu finden, die heute mit allen Mitteln verhindern, dass das chinesische Volk «aufgeklärt» sein Schicksal selbst in die Hand nehmen kann. Allein die Lokalität schon erzeugt den «Spannungsbogen» oder «die Brücke in die Gegenwart», von denen die deutschen Organisatoren gerne reden. Mit dem Begleitprogramm «Aufklärung im Dialog» sollen der chinesischen Seite in «Salons» jene Epoche und jene Gedanken nahegebracht werden, die in Europa die Grundlagen für Menschenrechte und freiheitlichen Werte gelegt haben. / d8 Y, A9 D7 m4 u; {. Z/ B& v3 w, @ - O4 o+ s8 U# _( ]* bMit mehr als 600 Exponaten aus den Staatsmuseen in Berlin, Dresden und München ist es die erste internationale Gastausstellung in dem neuen Museum, das vom Hamburger Architektenbüro Gerkan, Marg und Partner zum größten der Welt erweitert wurde. Große Meisterwerke von Caspar David Friedrich, Daniel Chodowiecki, Francisco de Goya oder Thomas Gainsborough standen ganz oben auf der chinesischen Wunschliste. «Eine Ausstellung, die in der Substanz ihresgleichen sucht», schwärmt Botschafter Michael Schaefer. Zwölf Monate wird die Schau dauern, die sich die Deutschen zehn Millionen Euro kosten lassen.. w. |# m# p( H# W
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«Für mich ist das Projekt so ziemlich das wichtigste, was ich in meinem Berufsleben gemacht habe», sagt der Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Martin Roth. In dem einmaligen Vorhaben machen auch die Staatlichen Museen zu Berlin und die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen mit. «Drei so Riesendampfer immer auf einem Kurs zu halten, ist schon nicht einfach», findet Roth. Für den Münchner Generaldirektor Klaus Schrenk war «die größte Herausforderung», wie die Inhalte dem chinesischen Publikum vermittelt werden können. «Ich will die Bilder zum Sprechen bringen.» 8 ]4 b) E, _9 _0 E- b' t . t9 o; k; ~$ @/ U f7 }: j6 N! QDie Bedeutung der Aufklärung wirkt bis heute. Im 18. Jahrhundert wurde der menschliche Verstand zum Maßstab aller Dinge, erhob sich der Bürger gegen die uneingeschränkte Macht der Herrscher. Freiheit statt Absolutismus - eine Forderung, die in Chinas kommunistischer Diktatur heute mehr als zeitgemäß ist. Zu hohe Erwartungen werden aber gedämpft: «Wir wollen keine politische Belehrung, sondern gesellschaftlichen Dialog», sagt Botschafter Schaefer. Es gehe nicht um «Blaupausen». Deutschland wolle sein Gesellschaftsmodell nicht als das «allein seligmachende» darstellen. ! C: M) @1 |0 X! N7 e! {3 B 1 J8 b5 G# I. I! r& ]8 G«Voneinander lernen» will André Wilkens von der Stiftung Mercator, die den Dialog organisiert. «Wir kommen nicht, um Entwicklungsarbeit in China zu leisten, sondern um den Austausch voranzubringen.» Natürlich haben die chinesischen Kooperationspartner bei der Wahl der Dialogteilnehmer ein Wörtchen mitzureden. «Wir stimmen uns in allem mit dem Nationalmuseum ab», bestätigt Wilkens. So wird zum Beispiel der unbequeme, weltberühmte chinesische Künstler Ai Weiwei, der wegen seiner Regimekritik in China nicht ausstellen darf, nicht an den offiziellen Diskussionsrunden teilnehmen. Die deutsche Seite will ihn aber zu einem kleineren, informellen Forum in einer Galerie einladen.# ?2 i8 D3 f" Z$ R+ E
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Für die chinesische Seite stehen auch nicht unbedingt aufklärerische Werte wie Emanzipation oder eine kritische Öffentlichkeit im Mittelpunkt des Dialogs. Sie heben besonders die dunklen Kapitel der europäischen Entwicklung hervor: den Zweiten Weltkrieg, die Judenvernichtung und vor allem den Kolonialismus, unter dem auch China zu leiden hatte. «Die chinesische Seite fragt: Was können wir daraus lernen?», berichtet Wilkens. Sollte jemand auf die Idee kommen, dass China den politischen Werten der Aufklärung und dem europäischen Beispiel folgen sollte, halten chinesische Gesprächspartner auch schon eine Antwort bereit: «Wollt Ihr etwa, dass wir diese Schattenseiten auch durchlaufen?»# m! d4 W+ |8 {: A/ F. @
( M/ e3 `7 r4 MDie Kunst der Aufklärung- U6 e5 y4 Z" B9 t$ o ^8 g# O
- P1 O5 R- |/ f0 p , i+ E0 h$ W6 X9 N' ?Eine Ausstellung der Staatlichen Museen zu Berlin, der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen München in Zusammenarbeit mit dem National Museum of China in Peking.; ]5 X/ p' v5 J) i
: T' [8 }6 e5 s( [- n; e- [2. April 2011 bis 31. März 2012 # l) X3 ^4 @9 o8 L5 h! ^, j. T4 J1 Q8 _
Die Ausstellung steht unter der gemeinsamen Schirmherrschaft von Staatspräsident Hu Jintao und Bundespräsident Christian Wulff.% b) o3 B- x. x4 G8 d
$ z, i' ? ]% [& }- UDie Staatlichen Museen zu Berlin, die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen München präsentieren gemeinsam eine umfassende Ausstellung zur europäischen Kunst der Aufklärung in Zusammenarbeit mit dem National Museum of China. Ab Frühjahr 2011 zeigen die drei deutschen Museumseinrichtungen im National Museum of China in Peking auf einer Gesamtfläche von 2700 m² mehr als 450 Exponate. Im Mittelpunkt stehen dabei Kunstwerke, in denen die zentralen Ideen der Aufklärung sichtbar werden, ihr Einfluss auf die Bildenden Künste sowie ihre Wirkungsgeschichte von den künstlerischen Revolutionen des 18. Jahrhunderts bis in die Gegenwart.5 ^* B: U* s# M! n- n: i$ C0 k
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Im Europa der Aufklärung gewann die Kunst eine neue Bedeutung. Technische Entwicklungen und gesellschaftlicher Wandel beschleunigten die Verbreitung von Bildern in alle Bereiche der Öffentlichkeit. Der Künstler wandelte sich zur öffentlichen Instanz, zum Genie und Revolutionär. Die Idee, dass Kunst die Menschen und die Gesellschaft verändern kann, wurde zum Leitgedanken einer ganzen Epoche.0 ~! u' i3 U. |
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Die Staatlichen Museen zu Berlin, die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen München machen diese Epoche zum Thema einer umfassenden Ausstellung in Zusammenarbeit mit dem National Museum of China. Mit ihren Leihgaben, darunter Meisterwerke von Friedrich, Füssli, Gainsborough, Watteau, Piranesi und Goya, präsentieren sie die Kunst der Aufklärung in ihrer ganzen Breite – von der Malerei, Skulptur und Grafik über das Kunsthandwerk und die Mode bis hin zu kostbaren wissenschaftlichen Instrumenten. $ E! f. a* j9 K% g & k1 ]2 R, }2 D1 ]+ }! qDie Ausstellung eröffnet die Bilderwelt einer Epoche an der Schwelle zur Moderne, deren Ideen für die Kunst bis heute von programmatischer Bedeutung sind und deren Wirkungsgeschichte für das chinesische Publikum in ihrer Vielfalt lebendig werden sollen“, so die Generaldirektoren der Museen, Michael Eissenhauer, Berlin, Martin Roth, Dresden, und Klaus Schrenk, München. + m- o1 n( b! l4 w) G # Z W) p/ ^- R# Q: SDie maßgeblich durch das Auswärtige Amt finanzierte Ausstellung im National Museum of China in Peking ist der glanzvolle Höhepunkt des 2005 bilateral vereinbarten Programms zum deutschchinesischen Kulturaustausch. Das National Museum of China, das nach seinem Umbau durch das Hamburger Architekturbüro von Gerkan, Marg und Partner im Frühjahr 2011 seine Eröffnung feiert, wird einer der größten Museumsbauten weltweit sein. Mit der baulichen Neudimensionierung verbindet sich der Anspruch, das Museum als ein Forum der Kunst und Kulturen aller Kontinente zu etablieren. Die Ausstellung zum Kunst- und Ideenerbe der Aufklärung, das bis heute identitätsstiftend für die westliche Zivilisation ist, setzt ein Zeichen für den Bildungsauftrag der Museen als Orte der Aufklärung. 3 Y9 ^/ I* O( X4 Z8 L( H* N. x3 l; q9 @; P. }
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Alles neu macht der März: Blick auf den Platz des Himmlischen Friedens in Peking mit dem umgebauten Chinesischen Nationalmuseum auf der linken Seite
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