! g0 t8 V6 Z/ Q2 M. j; m * N$ C5 p7 U" y* |Peking-Ente und Mutzemandeln0 Y$ Y. g9 [1 L9 s& G% `8 L: F
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Bornheim - In der Karnevalshochburg des Vorgebirgsortes Bornheim-Dersdorfsind rheinische und asiatische Kultur in diesen Tagen auf eigenwillige Weiseverbunden: Zwischen China-Lampions und asiatischen Landschaftsbildern hängenLuftschlangen, auf den Tischen steht die Peking-Ente neben Mutzemandeln,die Jecken nippen abwechselnd an Pflaumenwein und Kölsch - und zwischen zahlreichen„Alaafs“ ist zuweilen ein freundliches „Ni hao?“ („Wie geht's?“) zu hören. " ~9 k* ^; k, e# F% a' a J8 C! I, l
Der Grund für diese asiatisch-rheinische Allianz sitzt an einem Tischim China-Restaurant „Nan Guo“ seines Vaters und zupft an einem Karnevalsorden:Der zehnjährige Jin-Hao I. (Shu) ist Kinderprinz der Großen Dransdorfer Karnevalsgesellschaft- und die Bonner Narren feiern die Tollität als ersten chinesischen Karnevalsprinzenim Rheinland. 9 Q5 O7 h+ C A* C3 @. `" C7 S; j5 c5 ]. g& x, Y+ J
„Ich war schon immer jeck“, sagt Jin-Hao in reinstem Rheinisch. SeineRegentschaft hat der Schüler der vierten Grundschulklasse seinem Vater zuverdanken. Der Dersdorfer Gastronom Jin-Jian Shu sprang als Mitglied derGroßen Dransdorfer KG begeistert auf, als eine Tollität für KinderprinzessinMadeleine (Schneider) gesucht wurde: „Mein Sohn!“, rief der Wirt, der mitseiner Frau und den beiden Kindern seit 1989 in Dersdorf lebt - und aufgrundseiner Verbundenheit mit dem Dorfleben als „Chines vom Vürjebirch“ bekanntist. Denn das China-Restaurant ist die einzige Gaststätte in dem kleinenVorgebirgsort, sie dient als Stammlokal für Vereinsnachmittage oder für Frühschoppen.„Dass beispielsweise die Katholische Frauengemeinschaft gemeinsam mit unserenchinesischen Mitbürgern Karneval feiert, ist doch ein wunderbares Beispielfür gelungene Integration“, freut sich Ortsvorsteher Ewald Keils. ( _. y D6 A+ c0 w N + `" t' Q5 p0 c2 C* ?$ B' T. u' f „In China gibt es keinen Karneval, für die ist das, was ich jetzt hiermache, sehr ungewöhnlich“, erläutert der Kinderprinz, der schon des öfterenin der Heimat seiner Eltern war und auch fließend Chinesisch spricht. Soungewöhnlich ist der Karnevalstrubel für Chinesen, dass jüngst sogar einFernsehteam aus dem Reich der Mitte anrückte, um die junge Tollität zu filmen.Jin-Hao war von dem Rummel um ihn allerdings gar nicht so begeistert, zumaler seit Wochen im Stress ist: Ein Auftritt jagt den andern. „An Weiberfastnachtzum Beispiel habe ich zehn Termine“, sagt seine Tollität mit wichtiger Mieneund ergänzt grinsend, dass er dafür bis Aschermittwoch schulfrei hat., ]% r8 r1 r7 @/ N8 W) i) N" C
3 P; h8 [( O$ M0 R! ~" V. q „Jin-Hao ist ein sehr natürlicher Kinderprinz, und auch die Mundartbeherrscht er in den Büttenreden perfekt“, bescheinigt ihm Ingrid Nehrbauer,die als Equipechefin für die Betreuung der jungen Tollitäten verantwortlichist. An der Übersetzung des Rheinischen ins Chinesische allerdings muss Jin-Haonoch feilen: „Wie man »Alaaf« auf Chinesisch sagt, weiß ich echt nicht“,meint der Junge lachend. + F0 z" d: K( s" m& n& [# b" b! x4 c9 x3 T8 }4 _! ^
1 s5 ?- Z" ~5 S! w% d Kinderprinz Jin-Hao Shu aus Bornheim-Dersdorf begeistert als erste chinesischeTollität im Rheinland die Narren. Im Restaurant seines Vaters feiert er besondersgerne mit seinen Jecken.