& y+ d& D6 K; a. A6 e7 c r Der deutsche Verlag von Orhan Pamuk hat die Absage des für diese Woche geplanten Deutschlandbesuchs des türkischen Literatur-Nobelpreisträgers bestätigt. Die Reise sei "auf unbestimmte Zeit verschoben" worden, sagte eine Sprecherin des Carl Hanser Verlags in München. Die Absage sei kurzfristig gekommen. ; S( e5 ]. j8 l* s7 X( I% L; d$ ^9 y" [# Q+ ]8 Y
Pamuk sollte am Freitag in Berlin die Ehrendoktorwürde der Freien Universität entgegennehmen. Nach einer Lesung in Berlin hatte er auch in Köln, Hamburg, Stuttgart und München auftreten wollen. Die Gründe für die Absage seien nicht bekannt, sagte die Verlagssprecherin.6 l& @2 i1 H2 H
Drohungen gegen den Autor 6 p" P" y1 j- S* L- |1 } 0 K2 U) M- D* v! l) \0 YDer "Kölner Stadtanzeiger" hatte hingegen berichtet, Drohungen gegen Pamuk seien offenbar der Grund für die Verschiebung der Reise. Pamuk ist bei militanten Nationalisten in der Türkei verhasst, weil er öffentlich die Ermordung der Armenier während des Ersten Weltkriegs und das heutige Vorgehen gegen die Kurden im Südosten der Türkei kritisiert hatte. Einer der mutmaßlichen Drahtzieher des Mordes an dem armenisch-türkischen Journalisten Hrant Dink hatte in der vergangenen Woche Drohungen gegen Pamuk ausgestoßen. 6 I$ I- R" O8 R* [7 z% E9 }3 {! ~7 P" s* y7 i
Laut Berliner Polizei liegen keine Hinweise auf eine konkrete Gefahr für Pamuk vor.6 o' p+ r! l& {, H
Nationalisten wollen Pamuk "ans Leder" 7 Z9 P/ a! o L; Z4 t5 M* e" X4 e" q E6 b7 h
In Deutschland stieß die Absage der Pamuk-Reise auf Bedauern, aber auch auf Verständnis. Der Präsident der Schriftstellervereinigung PEN-Zentrum Deutschland, Johano Strasser, sagte: "Eine Reise mit vielen vorangekündigten Stationen, bei denen man sehr viele Menschen trifft, ist natürlich ein Sicherheitsrisiko." Pamuk habe "deutliche Hinweise darauf, dass extrem nationalistische Kreise in der Türkei auch ihm ans Leder wollen". N6 B5 ~, [; k5 q
* ^/ A8 C9 j" [2 @+ lDer Vorsitzende des Islamrates, Ali Kizilkaya, sagte: "Ein Nobelpreisträger, der nicht reisen kann, ist etwas Bedauerliches." Er wisse nicht, wie real die Gefährdung sei, der sich Pamuk in Deutschland offenbar ausgesetzt sehe. Aber "es geht um sein Leben" und "da kann man nicht vorsichtig genug sein", betonte Kizilkaya. Der Vorsitzende des Islamrates bat jedoch den türkischen Schriftsteller, zu einem späteren Zeitpunkt nach Deutschland zu kommen.